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Altersverifikation in Spanien: regulatorischen Schwung in die Einführung digitaler Identität überführen

Spanien hat kürzlich ein Verbot von sozialen Medien für Minderjährige unter 16 Jahren geplant. „Wir werden sie vor dem digitalen Wilden Westen schützen“, erklärte Premierminister Pedro Sánchez am Dienstag, den 3. Februar, auf dem World Governments Summit in Dubai.

Es handelt sich um eine regulatorische Entwicklung, die nicht nur in Spanien, sondern in ganz Europa an Dynamik gewinnt (auch Frankreich, Dänemark, Österreich und zuletzt Deutschland haben ähnliche Maßnahmen angekündigt).

Warum Altersverifikation wichtig ist

Regierungen verlangen zunehmend echte Nachweise und nicht bloß deklarative „Ich bin über 18“-Ankreuzfelder. Ohne aussagekräftige Kontrollen werden Regeln symbolisch: leicht zu umgehen, schwer durchzusetzen und irrelevant für das politische Ziel, dem sie dienen sollten.

Erfahrungen aus Ländern, die früher gehandelt haben, zeigen, dass schwache Implementierungen Umgehungen fördern. Wenn Plattformen lediglich den Zugang blockieren, ohne eine starke Verifikation vorzunehmen, greifen Nutzer schnell zu VPNs und anderen Umgehungslösungen, die Sperren wirkungslos machen und zugleich den Schutz der Privatsphäre untergraben. Dabei handelt es sich um technische und verhaltensbezogene Realitäten, nicht um abstrakte Bedenken.

Gleichzeitig erhöhen Lösungen wie das Hochladen eines Passscans auf jede Website drastisch die Datenschutzrisiken, schaffen Haftungsrisiken im Zusammenhang mit Datenspeicherung und können das Vertrauen der Nutzer untergraben. Ein moderner Ansatz muss wirksam, sicher, datenschutzorientiert und standardbasiert sein.

EUDI Wallet und Altersattribute

Die europäische Strategie für digitale Identität, verankert in eIDAS 2.0, bringt einen grundlegenden Wandel in der Verwaltung und Weitergabe von Identitätsattributen, einschließlich des Alters, im Internet. Anstatt auf individuelle oder isolierte Prüfungen zu setzen, ermöglicht das entstehende Rahmenwerk der European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet), dass Bürger verifizierte Attribute einmal speichern und bei Bedarf vorlegen.

Ein zentrales Gestaltungsprinzip der EUDI Wallet ist die Nicht-Verknüpfbarkeit (Unlinkability). Jede Präsentation eines Attributs ist kryptografisch geschützt, sodass verschiedene Transaktionen nicht miteinander korreliert werden können. Dadurch wird verhindert, dass Websites und Plattformen Nutzungsprofile erstellen, und sichergestellt, dass Altersverifikation nicht zu einem Instrument der dienstübergreifenden Nachverfolgung wird.

Innerhalb dieser Architektur:

  • Altersnachweise können von vertrauenswürdigen Ausstellern (Regierungen, QTSPs) ausgegeben werden.
  • Nutzer kontrollieren, was sie teilen, und legen nur das Notwendige vor (z. B. eine „>18“- oder „>16“-Bestätigung).
  • Prüfstellen erhalten hochvertrauenswürdige Nachweise, ohne mehr über den Nutzer zu erfahren als unbedingt erforderlich.

Dieses Prinzip der minimalen Offenlegung ist zentral für Privacy by Design und steht im Einklang mit der DSGVO, und genau das sollten Länder wie Spanien übernehmen, wenn sie Alterskontrollen wollen, die schwer zu umgehen sind und zugleich die Privatsphäre und digitalen Rechte der Bürger respektieren.

Namirial Wallet: eine privacy-first Antwort auf effektive Altersverifikation

Namirial Wallet ist darauf ausgelegt, sich in das EUDI-Wallet-Ökosystem zu integrieren und Anwendungsfälle wie Altersverifikation zu unterstützen.

Namirials Führungsrolle in diesem Bereich zeigt sich durch die aktive Beteiligung an regulatorischen EUDI-Wallet-Sandboxen sowie Pilotinitiativen in Frankreich, Deutschland und Italien, wo datenschutzfreundliche digitale Identitätslösungen bereits unter realen Bedingungen getestet und eingesetzt werden.

Im spanischen Kontext unterstützt Namirial bereits aktive walletbasierte Identitätsmanagement-Anwendungsfälle und demonstriert damit die praktische Einsetzbarkeit digitaler Identitäts-Wallets über experimentelle Phasen hinaus. Diese Implementierungen bestätigen die technologische Reife und Einsatzbereitschaft in realen operativen Umgebungen.

Namirial ist daher bereit, Plattformen und Partner bei der Einführung von Altersverifikation und anderen identitätsbasierten Diensten zu unterstützen, sofern Spanien qualifizierten privaten Akteuren die Teilnahme am EUDI-Wallet-Ökosystem ermöglicht. Diese Bereitschaft positioniert Namirial als natürlichen Wegbereiter für Spaniens Übergang von regulatorischer Absicht zu effektiver, datenschutzkonformer digitaler Identitätsnutzung.

Auf einen Blick bietet Namirial Wallet:

  • Unterstützung für Ausstellung und Verifikation von Credentials sektorübergreifend
  • Konformität mit eIDAS 2.0-Standards in Bezug auf Sicherheit, Datenschutz und Interoperabilität
  • Volle Nutzerkontrolle über Identitätsattribute und deren Weitergabe

1. Hohe Sicherheit ohne übermäßige Datenerhebung

Altersverifikation ist keine Identitätsverifikation. Punkt.

Wenn das eigentliche Ziel der Schutz von Minderjährigen und allgemein der Schutz der Privatsphäre ist, sollten Regierungen Nicht-Verknüpfbarkeit priorisieren und Alternativen vermeiden, die zu Kontrollinstrumenten werden könnten.

Die Europäische Kommission entwickelt derzeit einen harmonisierten EU-weiten Ansatz zur Altersverifikation, gestützt auf den Blueprint for an Age Verification Solution (veröffentlicht am 14. Juli 2025). Dieser Blueprint ist vollständig interoperabel mit zukünftigen EUDI Wallets und an den Zielen von Artikel 28 des Digital Services Act ausgerichtet. Darüber hinaus wurden im Rahmen der von der Europäischen Kommission kofinanzierten Large Scale Pilots POTENTIAL und EWC relevante Anwendungsfälle und Validierungen durchgeführt.

Aus diesen Gründen stellt Altersverifikation einen konkreten Anwendungsbereich dar, um die grundlegenden Säulen der ID Wallet zu demonstrieren.

Technologisch ermöglicht Namirial Wallet Altersverifikation ohne Offenlegung vollständiger Identitätsdaten und wahrt dabei Anonymität und Nicht-Verknüpfbarkeit.

Plattformen können einen Altersnachweis (z. B. „über 16“ / „über 18“) anfordern, jedoch kein vollständiges Ausweisdokument. Kryptografische Nachweise bestätigen die Behauptung, ohne unnötige personenbezogene Daten preiszugeben, ein privacy-first Ansatz im Einklang mit regulatorischen Best Practices. Das Ergebnis ist eine wirksame Altersverifikation ohne Überwachungsrisiken.

2. Interoperabel über Plattformen hinweg

Statt individueller Altersprüfungen (je nach Dienst oder Rechtsraum) ermöglicht Namirial Wallet die Wiederverwendung desselben Alters-Credentials über verschiedene Plattformen hinweg. Dies reduziert Reibungsverluste für Endnutzer und Betriebskosten für Dienstanbieter und gewährleistet zugleich konsistente Compliance. Aus Sicht der Nutzererfahrung kann die Verifikation so einfach sein wie das Scannen eines QR-Codes (vergleichbar mit dem Abrufen einer Restaurant-Speisekarte) und beweist, dass starker Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit sich nicht ausschließen.

3. Widerstandsfähig gegen Umgehung

Da Credentials von vertrauenswürdigen Quellen ausgestellt und mittels kryptografischer Mechanismen präsentiert werden, sind sie deutlich schwerer zu fälschen als Ad-hoc-Prüfungen. Gleichzeitig bieten sie ein wesentlich höheres Sicherheitsniveau als statistische Methoden wie „Age Estimation“. Altersbeschränkungen werden technisch durchsetzbar und nicht bloß aspirativ.

4. Konzipiert für DSGVO und Digital Trust

Die Architektur von Namirial Wallet priorisiert:

  • Datenminimierung
  • Nutzerzustimmung und Kontrolle
  • Trennung von Wissen zwischen Ausstellern, Inhabern und Prüfern

Zur weiteren Stärkung von Anonymität und Nicht-Verknüpfbarkeit ist es entscheidend, zentralisierte Ausstellungsmodelle zu begrenzen. Eine öffentlich-private Zusammenarbeit, in der qualifizierte und akkreditierte private Akteure wie QTSPs Altersnachweise ausstellen können, gewährleistet Skalierbarkeit, Resilienz und Vertrauen und verhindert die Konzentration sensibler Daten bei einer einzigen Behörde.

Dies unterstützt Organisationen dabei, regulatorische Anforderungen ebenso wie Datenschutz-Erwartungen der Nutzer zu erfüllen, ein entscheidender Vertrauensfaktor im europäischen digitalen Ökosystem.

Fazit

Politische Erklärungen zur Altersverifikation rücken digitale Identität zwangsläufig ins Zentrum der Debatte. Um diese Absichten in wirksame und vertrauenswürdige Lösungen zu überführen, ist eine starke öffentlich-private Zusammenarbeit erforderlich, unterstützt durch Pilotprojekte und regulatorische Sandboxen. Europa hat die einzigartige Chance, seine digitale Souveränität zu stärken, indem es datenschutzfreundliche, interoperable und skalierbare Lösungen fördert und gleichzeitig eine neue Generation digitaler Dienste ermöglicht.

Mit Namirial Wallet wurden diese Anforderungen adressiert und eine Lösung geschaffen, die

  • Technisch robust und schwer zu umgehen ist
  • Sicher und datenschutzfreundlich ist
  • Auf skalierbaren, offenen Standards basiert
  • Interoperabel zwischen Nutzern und Diensten ist

und das Versprechen sicherer, vertrauenswürdiger digitaler Erlebnisse einlöst.

Avatar von Marco Scognamiglio
Wallet Operation Manager at Namirial

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