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France Identité und EUDI-Wallet: Namirials Beitrag zum französischen Ökosystem der digitalen Identität

Die digitale Identität etabliert sich zunehmend als eine der Säulen der digitalen Transformation in Europa. Mit der eIDAS-2.0-Verordnung bereitet sich die Europäische Union auf die Einführung der Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität (EUDI-Wallet) vor, auch bekannt als europäische digitale Wallet. Sie wird es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, ihre Identität nachzuweisen und Nachweisdokumente sicher sowohl mit Behörden als auch mit privaten Unternehmen zu teilen.

Um diese Entwicklung zu unterstützen, setzen die Mitgliedstaaten schrittweise eigene Wallets für die digitale Identität um, im Einklang mit dem durch eIDAS 2.0 festgelegten Rahmen. In Frankreich wird dieses Vorhaben von France Identité vorangetrieben, der offiziellen staatlich unterstützten App, die derzeit eines der am weitesten fortgeschrittenen Projekte im Hinblick auf die künftige Europäische Brieftasche für die Digitale Identität ist.

In diesem Kontext trägt Namirial gemeinsam mit France Identité zu diesem Wandel bei, durch die Teilnahme an europäischen Initiativen und verschiedenen Maßnahmen im Bereich der Interoperabilität. Dieses Engagement ermöglicht eine konkrete Vorbereitung auf die künftigen Anwendungen der EUDI-Wallet in Frankreich und hilft Organisationen, sich auf die bevorstehenden Veränderungen einzustellen.

Was ist die EUDI-Wallet?

Die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität, kurz EUDI-Wallet, ist eine digitale Wallet, mit der europäische Bürgerinnen und Bürger ihre Identitätsdaten sowie verschiedene digitale Dokumente sicher speichern, verwalten und teilen können.

Sie wurde im Rahmen der eIDAS-2.0-Verordnung konzipiert und gibt Nutzenden mehr Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten. Anstatt systematisch ein ganzes Dokument vorzulegen, können sie mit ihrer Einwilligung entscheiden, nur die für ein bestimmtes Verfahren erforderlichen Informationen weiterzugeben. Um beispielsweise die Volljährigkeit nachzuweisen, ist es möglich, einen Altersnachweis zu teilen, ohne das Geburtsdatum oder andere nicht erforderliche Daten offenlegen zu müssen. Ziel ist es, digitale Verfahren zu vereinfachen und Nutzenden zugleich die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten zu belassen. Zudem erhalten Unternehmen dadurch verifizierte und zuverlässige Daten, eine echte Sicherheitsgarantie.

Langfristig wird die EUDI-Wallet verschiedene Arten von Nachweisdokumenten speichern können, wie zum Beispiel:

  • einen digitalen Ausweis;
  • einen Führerschein;
  • Diplome oder Zertifizierungen;
  • berufliche Qualifikationsnachweise;
  • weitere digital anerkannte Bescheinigungen, die in ganz Europa akzeptiert werden.

Für Unternehmen ebnet diese digitale Wallet den Weg zu einfacheren und sichereren digitalen Prozessen. Insbesondere erleichtert sie die Identifizierung von Nutzenden, Know-your-Customer-Verfahren (KYC), den Zugang zu Online-Diensten sowie elektronische Signatur- und Authentifizierungsprozesse.

Ziel ist es, allen Mitgliedstaaten einen gemeinsamen Rahmen zu bieten, damit diese Vorgänge in ganz Europa anerkannt werden, unabhängig vom Herkunftsland der verwendeten Wallet. Diese Umsetzung stützt sich insbesondere auf den Architecture and Reference Framework (ARF), den architektonischen Referenzrahmen für die EUDI-Wallet. Der ARF definiert eine gemeinsame Architektur, Spezifikationen und Regeln, um die Arbeitsweise der verschiedenen Akteure des Ökosystems zu harmonisieren. Der regelmäßig aktualisierte ARF wurde zuletzt mit der Veröffentlichung von Version 3.0 weiterentwickelt.

Warum ist eIDAS 2.0 ein Wendepunkt für die europäische digitale Identität?

Die 2014 verabschiedete eIDAS-Verordnung legte den Grundstein für digitales Vertrauen innerhalb der Europäischen Union. Sie schafft insbesondere einen Rahmen für die Anerkennung elektronischer Identifizierungsmittel sowie von Vertrauensdiensten wie elektronischen Signaturen, elektronischen Siegeln und Zeitstempeln.

Mit eIDAS 2.0 macht Europa einen weiteren Schritt nach vorn, indem es einen gemeinsamen Rahmen für die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität (EUDI-Wallet) einführt und konkrete Fristen für deren Einführung festlegt. Bis Dezember 2026 müssen die Mitgliedstaaten ihren Bürgerinnen und Bürgern eine digitale Wallet zur Verfügung stellen, die den europäischen Anforderungen entspricht.

Diese Entwicklung wird auch direkte Auswirkungen auf Akteure des privaten Sektors haben. Bis Ende 2027 müssen insbesondere Banken und Zahlungsdienstleister in der Lage sein, die EUDI-Wallet als Identifizierungsmittel zu akzeptieren, sei es für den Zugang zu Privatkonten oder zur Autorisierung bestimmter Zahlungen.

Auf europäischer Ebene müssen die digitalen Wallets der 27 Mitgliedstaaten interoperabel sein. Zusätzlich zu diesen nationalen Lösungen können auch Wallets anderer Anbieter verfügbar sein, insbesondere von Finanzinstituten wie großen internationalen Banken. Die Herausforderung besteht daher darin, dass diese verschiedenen Wallets innerhalb eines einheitlichen Ökosystems nach gemeinsamen Regeln und Standards koexistieren und miteinander interagieren können.

In Frankreich wird diese Initiative von France Identité vorangetrieben, der offiziellen staatlich unterstützten App, die sich schrittweise auf die Integration in das künftige europäische EUDI-Wallet-Ökosystem vorbereitet.

France Identité: Die französische digitale Wallet im Zentrum der EUDI-Wallet

In Frankreich basiert diese Initiative derzeit auf France Identité. Die auf dem nationalen elektronischen Personalausweis (CNIe) aufbauende App unterstützt bereits mehrere Anwendungen, etwa die Authentifizierung über FranceConnect oder die Erstellung von Identitätsnachweisen zur einmaligen Verwendung.

In ihrer aktuellen öffentlich verfügbaren Version, die dem EUDI-Wallet-Rahmen noch nicht entspricht, hat France Identité inzwischen fast 5 Millionen digitale Identitäten ausgestellt, darunter 4.958.236 eIDs, ein Zuwachs von 11,4 % seit dem 22. Juni 2026. Die künftige EUDI-Wallet soll über ein Update der bestehenden App ausgerollt werden und damit auf deren aktueller Infrastruktur und Nutzerbasis aufbauen.

Diese Akzeptanz zeigt sich auch in der Nutzung: Mehr als eine Millionen digitale Identitäten verfügen inzwischen über ein hohes Vertrauensniveau (LoA high), das sind 20,9 % der ausgestellten eIDs, während France Identité mehr als 16 Millionen Authentifizierungen über FranceConnect verzeichnet hat.

France Identité bildet somit die Grundlage für die künftigen Anwendungen der EUDI-Wallet in Frankreich. Neue Dienste werden den Funktionsumfang mit der Einführung der europäischen Wallet für die digitale Identität erweitern.

Über die App selbst hinaus spielt France Identité eine Schlüsselrolle bei der Vorbereitung dieses Ökosystems. Über den France Identité Playground, eine öffentliche Testumgebung mit angeschlossenem Marketplace, können öffentliche und private Akteure ihre Lösungen erproben, deren Interoperabilität prüfen und sich auf die Integration vorbereiten. Auf Anfrage steht außerdem eine Beta-Version der App zur Verfügung.

Diese Umgebung ermöglicht insbesondere das Testen mehrerer Anwendungsfälle im Zusammenhang mit der Überprüfung digitaler Nachweise, darunter Identitätsdaten (PID), Altersnachweis und der Digital Travel Credential (DTC). France Identité bereitet zudem die Einführung neuer Funktionen zur Ausstellung von Nachweisen vor; für Stellen, die Nachweise ausstellen möchten, ist bereits eine Registrierungsphase geöffnet.

Namirial ist seit mehreren Jahren an dieser Initiative beteiligt. Unsere Gruppe nimmt aktiv an wichtigen europäischen Projekten zur Entwicklung der EUDI-Wallet teil, insbesondere an den Large Scale Pilots POTENTIAL und APTITUDE, die von France Titres koordiniert werden. Über ValidatedID war Namirial außerdem am European Wallet Consortium (EWC) beteiligt, einem europäischen Projekt, das 2025 abgeschlossen wurde. Dieses Engagement setzt sich heute mit der Teilnahme von Namirial an WE BUILD fort, einer neuen europäischen Initiative zum Ökosystem der Wallet für die digitale Identität.

Im Rahmen des POTENTIAL-Konsortiums haben die Teams von Namirial insbesondere zur Entwicklung mehrerer Anwendungsfälle beigetragen, etwa der Eröffnung eines Bankkontos und qualifizierter elektronischer Signaturen.

Namirial und France Identité: Eine Zusammenarbeit zur Unterstützung der EUDI-Wallet

Neben dem Engagement in europäischen Initiativen arbeitet Namirial direkt mit France Identité zusammen, um die Interoperabilität der künftigen EUDI-Wallet-Anwendungsfälle in Frankreich sicherzustellen. Als Partner des France Identité Playground nimmt Namirial zudem an verschiedenen Ausgaben von EUDI Unfold sowie an Interop Weeks teil, bei denen seine Lösungen als Wallet-Anbieter, Aussteller und Prüfer digitaler Dokumente getestet werden. Diese Teilnahme setzte sich insbesondere bei der Interop Week vom 21. bis 25. September 2026 fort.

Diese Tests liefern bereits greifbare Ergebnisse: Namirial übernimmt die Überprüfung der PID-Nachweise von France Identité und aller 14 zugehörigen Attribute, einschließlich des Porträts. Diese Versuche ermöglichen es, die Lösungen mit verschiedenen Akteuren des Ökosystems zu testen und ihre Leistung unter Bedingungen zu bewerten, die realen Anwendungsfällen zunehmend ähneln.

Ebenfalls im Rahmen dieser Zusammenarbeit erhielt Namirial Wallet das Badge „France Identité Ready“. Diese Auszeichnung bescheinigt die Fähigkeit der Lösung, im Rahmen der Interoperabilitätstests für die künftige europäische Wallet für die digitale Identität mit dem France-Identité-Ökosystem zu interagieren.

Diese Interoperabilität zeigt sich auch in realen Anwendungsfällen. So ermöglicht beispielsweise das Namirial Wallet Gateway, das nativ in Namirial Onboarding integriert ist, Nutzenden die Authentifizierung mit ihrer nationalen Wallet direkt innerhalb eines Onboarding-Prozesses. Eine gemeinsam mit France Identité und der deutschen digitalen Wallet durchgeführte Demonstration veranschaulicht, dass die Lösung denselben Onboarding-Prozess über verschiedene nationale Implementierungen hinweg anbieten kann, ohne dass auf Unternehmensseite mehrere Integrationen erforderlich sind.

Diese Zusammenarbeit ermöglicht es Namirial somit, zur Entwicklung künftiger europäischer Standards beizutragen und gleichzeitig seine Lösungen auf die Interoperabilitätsanforderungen der EUDI-Wallet vorzubereiten.

Während jeder Mitgliedstaat seine eigene digitale Wallet entwickelt, müssen diese unterschiedlichen Lösungen dennoch miteinander kommunizieren können. Genau darum geht es bei der Interoperabilität.

Interoperabilität: Die eigentliche Herausforderung für die europäische Wallet

Die Einführung der EUDI-Wallet beruht nicht allein auf der Schaffung nationaler digitaler Wallets. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass Wallets, Aussteller von Dokumenten und Online-Dienste aus verschiedenen Ländern und von unterschiedlichen Anbietern zusammenarbeiten können.

Ohne Interoperabilität bliebe die europäische Wallet für die digitale Identität auf isolierte Anwendungen beschränkt. Ein in einem Land ausgestellter Nachweis würde möglicherweise anderswo nicht anerkannt, oder ein privater Dienst müsste für jedes nationale Ökosystem eigene Integrationen entwickeln.

Das Ziel von eIDAS 2.0 ist es genau, diese Fragmentierung zu vermeiden, indem ein gemeinsamer Rahmen für das gesamte Ökosystem definiert wird. In der Praxis beruht Interoperabilität jedoch nicht allein auf der Einführung gemeinsamer Standards. Da in Europa mehr als 27 digitale Wallets nebeneinander bestehen werden, zusätzlich zu den verschiedenen nationalen Kennungsformaten, ist es eine echte Herausforderung, dass all diese Lösungen miteinander kommunizieren und dieselben Informationen erkennen können.

Selbst wenn die Akteure auf denselben Spezifikationen aufbauen, können sich Unterschiede in der Auslegung oder Umsetzung ergeben. Interoperabilität muss daher unter realen Bedingungen durch regelmäßige Tests zwischen den verschiedenen Akteuren des Ökosystems geprüft werden.

In diesem Kontext kommt die Expertise eines paneuropäischen Akteurs wie Namirial zum Tragen. Mit seiner Präsenz in mehreren Ländern und seiner Beteiligung an europäischen Initiativen rund um die EUDI-Wallet unterstützt Namirial Organisationen dabei, diese Komplexität zu bewältigen und Lösungen zu integrieren, die sich an unterschiedliche nationale Implementierungen anpassen können.
Für Unternehmen ist diese Interoperabilität unverzichtbar: Sie entscheidet darüber, ob sich künftig EUDI-Wallet-basierte Identifizierung, Attributprüfung und elektronische Signaturprozesse integrieren lassen, ohne auf eine geschlossene Umgebung oder eine Insellösung angewiesen zu sein.

Wie die EUDI-Wallet die Dinge für Organisationen verändert

Für Unternehmen und Behörden bedeutet die Einführung der EUDI-Wallet mehr als nur eine regulatorische Änderung. Sie wird auch die Art und Weise verändern, wie sie ihre digitalen Workflows gestalten, insbesondere solche, die Identifizierung, Informationsprüfung oder Dokumentensignatur betreffen.

Wer sich jetzt vorbereitet, kann nicht nur die Anforderungen von eIDAS 2.0 vorwegnehmen, sondern auch die Risiken bei der Integration künftiger digitaler Identitätsdienste verringern. So können Organisationen Nutzerprozesse aufbauen, die mit den europäischen Standards kompatibel sind, ohne bei Null anfangen zu müssen, sobald diese Dienste breit verfügbar sind.

Die EUDI-Wallet wird insbesondere Folgendes vereinfachen:

  • das Onboarding von Kundinnen und Kunden;
  • die Identitätsprüfung (KYC);
  • das berufliche Identitätsmanagement;
  • die starke Authentifizierung;
  • und elektronische Signaturen.

In jedem dieser Szenarien wird die EUDI-Wallet Prozesse vereinfachen, Vertrauen schaffen und Reibungsverluste für den Endnutzenden reduzieren.

Die Herausforderung besteht auch darin, Kontinuität zwischen den heutigen Praktiken und den künftigen, auf der EUDI-Wallet basierenden Modellen zu gewährleisten. Für Organisationen bedeutet dies nicht nur, einen neuen Rahmen einzuhalten, sondern auch schrittweise Prozesse zu entwickeln, die sicherer, interoperabler und besser auf die Erwartungen von Bürgerinnen, Bürgern sowie Kundinnen und Kunden abgestimmt sind.

Fazit

Die Einführung der EUDI-Wallet markiert einen neuen Meilenstein beim Aufbau eines europäischen Ökosystems für digitale Identität auf Basis gemeinsamer und interoperabler Standards. In Frankreich spielt France Identité eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung dieser Entwicklung und beim Testen künftiger Anwendungsfälle.

Mit der Herausbildung dieses Ökosystems müssen Unternehmen und Behörden in der Lage sein, verschiedene digitale Wallets und Nachweise in ihre Prozesse zu integrieren. Wer diese Veränderungen schon heute vorwegnimmt, erleichtert die Einführung künftiger Anwendungsfälle und sorgt zugleich für reibungslosere und sicherere Nutzungserlebnisse.

Durch sein Engagement in europäischen Initiativen und seine Zusammenarbeit mit France Identité, insbesondere im Rahmen des France Identité Playground und der Interoperabilitätstests, trägt Namirial zur Vorbereitung dieses Übergangs bei. Der Erhalt des Badges „France Identité Ready“ ist Teil dieser Bemühungen und belegt konkret die Fähigkeit seiner Lösungen, sich im künftigen EUDI-Wallet-Ökosystem weiterzuentwickeln.

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